Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall verursacht bei Betroffenen einen deutlich sichtbaren und ungleichmäßigen Haarverlust. Sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch die Psyche leidet darunter. Die kahlen Stellen sind nur schwer zu kaschieren und begleiten Männer oder Frauen oft monatelang. Symptome sind untypisch für die Art des Haarverlustes, denn die Kopfhaut selbst ist von Entzündungen verschont.

Definition kreisrunder Haarausfall

Der medizinische Begriff für kreisrunden Haarausfall ist Alopecia areata. Dahinter verbirgt sich eine entzündliche Erkrankung der Haarwurzeln und damit auch der Haarfollikel, die zum fleckenhaften Ausfall des Kopf- oder Barthaares führt. Darüber hinaus können auch Augenbrauen oder die restliche Körperbehaarung in Mitleidenschaft gezogen werden. Im Extremfall verliert der Erkrankte sämtliche Haare. Das Krankheitsbild tritt bei allen Geschlechtern jeden Alters auf; sogar Kinder können von dem Haarausfall betroffen sein. Alopecia areata wird weder von Juckreiz noch von Schuppungen oder entzündeten Hautpartien begleitet. Die kahle Stelle sieht daher aus wie vollkommen gesund – es fehlt lediglich das Haar. Charakteristisch für das Symptombild des kreisförmigen Haarverlusts sind die kreisrunden Flecken, an deren Rand die Haare abgebrochen und sehr kurz sind. Nach sechs bis zwölf Monaten sprießen neue Haare und die Flecken verschwinden. Allerdings kann die Krankheit schubweise auftreten und erneut ausbrechen.

Ob es sich bei einem vorliegenden Haarausfall um Alopecia areata handelt, kann nur ein Arzt, bestenfalls ein Dermatologe, sicher feststellen. Bei der Untersuchung begutachtet dieser neben den Poren der haarlosen Stelle ebenfalls die Haut, Nägel und Lymphknoten des Patienten, um einen Gesamteindruck zu gewinnen.

Ursachen für Haarausfall

Leider ist bisher nicht bekannt, was dem kreisförmigen Haarausfall zugrunde liegt. In der Medizin stehen einige Thesen im Raum, die auf eine Autoimmunreaktion des Körpers hindeuten. Das bedeutet, dass das Immunsystem sich gegen den eigenen Körper wendet und die Haarwurzeln angreift. Ob es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, ist bisher nicht bestätigt. Die Vermutung liegt aber nahe, da einige Erkrankte ebenfalls unter anderen Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Neurodermitis, leiden. Darüber hinaus ist die genetische Veranlagung ein wichtiger Faktor. In einigen Familien häufen sich Fälle von dieser Art des Haarausfalls. Eine weitere Verbindung sehen Mediziner zu psychogenen Ursachen wie Stress oder bei emotionalen Ausnahmesituationen.

Behandlungsmöglichkeiten von kreisrundem Haarausfall

Eine Behandlung des kreisförmigen Haarausfalls kann sich aufgrund der unklaren Ursache lediglich auf die Symptomatik beschränken. Das bedeutet, dass das Wachstum der Haare angeregt werden soll. Um das Ziel des reaktivierten Haarwachstums zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die entweder lokal oder systemisch ansetzen. Jede Therapie sollte mit einem Arzt abgesprochen und abgewogen werden, um Risiken und Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Es gibt diverse Möglichkeiten, den kreisförmigen Haarverlust zu behandeln:

  • Kortisontherapie
  • hautreizende Stoffe
  • Immuntherapie
  • alternative Behandlungen

Kortisontherapie

Kortison kann lokal an den lichten Stellen angewendet werden, um die Autoimmunreaktion zu unterdrücken und somit den Haaren oder dem Bart eine Gelegenheit zum Wachsen zu geben. Hierzu wird es entweder aufgetragen oder unter die Haut gespritzt. Auch eine Einnahme als Tablette ist möglich. Hierbei ist zu bedenken, dass das Krankheitsbild erneut auftreten kann, wenn die Therapie beendet wird. Außerdem sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen.

Hautreizende Stoffe

In Einzelfällen kann das Auftragen und Einwirken von hautreizenden Stoffen, beispielsweise Anthralin, Chrysarobin oder einer Pfeffertinktur, zu einem erneuten Haarwachstum führen. Allerdings ist dieses Verfahren eher experimentell. Wenn sich der gewünschte Erfolg nicht einstellt, sollte die Behandlung abgebrochen werden.

Topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon (DPCP)

Wenn die Herde des Verlusts besonders groß sind, hat sich eine Therapie mit DPCP bewährt. Die kahle Stelle wird lokal mit dem Stoff bedeckt, in der Hoffnung, dass der Körper des Betroffenen mit einer Entzündung reagiert, die langfristig eine allergische Reaktion an der Hautoberfläche auslöst. Die neue Entzündung soll von anderen Immunzellen bekämpft werden, als die Verursacher des Haarausfalls. Letztere werden durch die Aktivierung der entzündungsbekämpfenden Immunzellen verdrängt und die Haare beginnen zu wachsen. Diese Behandlungsform ist erstreckt sich über mehrere Monate und die neu wachsenden Haare sind in der Regel weiß. Erst später kommt es zu Einlagerung von Farbpigmenten. Zudem ist bei der Behandlung mit DPCP ein Rückfall möglich und das Risiko für Nebenwirkungen hoch, weshalb nur ein Arzt mit Erfahrungen auf diesem Gebiet therapieren sollte.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Mit geringen Nebenwirkungen ist eine Behandlung mit Zink oder Kurkuma verbunden. Kurkuma, genauer gesagt das darin enthaltende Curcumin, wirkt unter anderen antientzündlich, was im Falle einer autoimmun bedingten Haarwurzelentzündung hilfreich sein kann. Das Spurenelement Zink ist von großer Bedeutung für Haare und Haut. Die Einnahme von Zink oder Kurkuma ist weder medizinisch belegt noch in Studien analysiert worden. Jedoch gibt es kleine Studien, die die Wirkung von Curcumin untersuchen und die entzündungshemmende Eigenschaft bestätigen. Zudem häufen sich Berichte von Betroffenen, die diesen Weg eingeschlagen haben und von persönlichen Erfolgen berichten können. Der Körper soll dabei unterstützt werden, sich selbst zu helfen. Neben einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung benötigt er hierfür Nährstoffe und Spurenelemente, die möglicherweise über die Nahrung unzureichend abgedeckt wurden.

Prognose

Männer und Frauen sind gleichermaßen von kreisförmigem Haarausfall betroffen. Die schubweise auftretende Entzündung der Haarwurzel kann bereits im Kindesalter auftreten. Eine zuverlässige Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Als Ursprung wird eine Autoimmunreaktion vermutet, allerdings ist dies bisher nicht klinisch bestätigt. Ebenso werden Stressfaktoren, emotionale Ausnahmesituationen und die genetische Veranlagung für die Alopezie verantwortlich gemacht. Kreisrunde, diffuse Stellen im Haar könne also auch erblich bedingt sein. In den meisten Fällen wachsen die Haare nach spätestens einem Jahr wieder nach, sodass vor einer Haartransplantation andere Varianten. Wer dennoch etwas tun möchte, kann in Absprache mit einem Arzt verschiedene Therapien ausprobieren, die entweder lokal oder systemisch ansetzen.

FAQ – Fragen und Antworten

Woher kommt kreisrunder Haarausfall?

Die genaue Ursache für kreisrunden Haarausfall ist bisher leider nicht bekannt. Es wird jedoch angenommen, dass genetische Veranlagungen sowie autoimmune Reaktionen nicht auszuschließen sind.

An welchen Stellen tritt kreisrunder Haarausfall auf?

Diese Art von Haarausfall tritt meist an Kopf- und Barthaar auf. Allerdings können auch andere behaarte Bereiche des Körpers betroffen sein.

Was sollte bei kreisrundem Haarausfall untersucht werden?

Bei Anzeichen auf kreisrunden Haarausfall sollte die Schilddrüse untersucht werden und ein allgemeines Blutbild gemacht werden.

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